Was Nick Griffin ausführt (übersetzt von unserer fleissigen, klugen Damar Henn, der Dank gebührt) ist eine valide Einschätzung; gut möglich, dass sie recht brauchbar beschreibt, was geschieht, warum es geschieht und was wohl geschehen wird.

Ich persönlich sehe es aber nach wie vor anders und kann das auch geschlossen begründen.
Nicht nur wird immer deutlicher, dass (wie von mir seit langem beschrieben) Fraktionierungen von der globalen bis in die innerparteiliche Ebene bestehen und sich vertiefen. Sondern ich erkenne auch eben dies als wesentlichste und bestimmende Kraft hinter diversen Ereignissen.

Zunächst, nochmal: Wer davon ausgeht, dass das eine Volksabstimmung war, der riskiert, aus zwei Gründen erheblich zu irren. Zum einen, weil das impliziert, Volkes Wille sei treibende – und akzeptierte – Kraft hinter dem brexit; das aber ist ziemlich unwahrscheinlich; viel realistischer ist, dass die Volksabstimmung nichts weiter als ein inszeniertes Kleid war für eine anderswo getroffene Entscheidung.

Zum anderen wurden in der eu geradezu traditionell reihenweise Volksabstimmungen, auch zu solchen Fragen, bei denen die Verfassung einiger Länder eine Volksabstimmung erfordert, grob ignoriert. Kaum jemand beachtet das heute noch, so “normal” ist es geworden, aber tatsächlich verstößt die heutige eu gegen die Verfassungen der meisten Mitgliedsländer!
Erstaunlich am brexit ist nicht (oder nur bedingt) dessen Durchführung und schon gar nicht dessen Ergebnis, sondern dass das Ergebnis nicht ignoriert wird.

Drittens und auch sehr erstaunlich: Es ist *nicht* england, das den brexit brutal durchzieht, sondern die eu und eine Ländergruppe inkl. deutschland! camerons erste Reaktion war relativieren und hinausschieben – es waren eu Anführer, allen voran deutsche, die das Ergebnis zum Faktum und zwar zum lieber heute als erst morgen umgesetzten gemacht haben!

Farbrevolutionäre Elemente und Mittel? Aber natürlich, was denn sonst. Oder dachte hier jemand, Leute wie soros oder merkel würden solche Mittel nur gegen nicht eu-Länder einsetzen? Dachte jemand, solche Verbrecher seien plötzlich pingelig und zurückhaltend, wenn es um “Hybridkrieg” gegen noch-eu-“Partner” geht? Diese Leute machen sowas doch sogar im eigenen Land!

Würden all die eu-politiker, die Monate lang gepredigt und missionert haben, dass die Einigkeit und Geschlossenheit der eu hach so vital ist und um jeden Preis erhalten werden muss, nun die von cameron ja hingeworfene Leine annehmen und versuchen, england in der eu zu behalten, dann wäre es eine andere Situation. So ist es aber nicht. Wenn wir Einschätzungen erarbeiten, dann sollten wir schon von der Realität ausgehen.

Eines ist ganz klar: Was Monate lang verkauft wurde als ein paar Problemchen in einer ansonsten wunderbaren Ehe, ist tatsächlich ein keineswegs freundliches Ringen gewesen, das nun binnen weniger als 24 Stunden zum erkennbaren, offenen Krieg geworden ist (übrigens bis hin zur Zersetzung und Einkreisung. So wird z.B. ganz offen eine Abspaltung von Schottland und ein Keil zwischen Irland und england zu treiben versucht).

Das Problem, an dem viele Betrachter scheitern ist, dass es nicht “die eu” gibt und nicht “england”, ebensowenig wie “die usa” oder auch “deutschland”.
Was da stattfindet ist nicht “eu gegen england” oder “deutschland und frankreich gegen polen” oder “usa gegen eu” oder …

Das alles, diese früher mal etwas beschreibenden Begriffe, sind von Löchern zerfressene rostige Eimer geworden.

Was bitte bedeutet denn “Land XYZ”? Praktisch betrachtet bedeutet das ein Gemenge aus Territorium, staatlicher Struktur, Wirtschaftssystem, Miltär und – am wichtigsten – ein halbwegs konsistenter Inhalt, also Bürger, Gemeinden, Regionen, Unternehmer, Kultur, oft auch Religion, usw.

Es bedeutet auch, dass die überwältigende Mehrheit der politiker bei allen Unterschieden in der Frage des “wie?” doch vereint innerhalb eines Rahmens denken und agieren, der sich grob umschreiben lässt mit “unserem Land gemäß und zumindest leidlich gut für unser Land (und verfassungskonform!)".

Genau das beobachten wir z.B. bei Russland. Abgesehen von einigen Ratten mit sehr kleiner Anhängerschaft haben dort alle Anführer und Politiker eben so einen gesunden Rahmen im Kopf. Sie mögen einen kommunistischeren oder einen kapitalistischeren Ansatz für richtig oder besser halten, sie mögen sich in tausend Details zum “wie?” uneins sein und streiten, aber sie sind freiwillig und überzeugt im Rahmen der Verfassung und des Landeswohles.

Bei uns allerdings, wie auch in england, frankreich, usa, usw. gibt es reihenweise Leute in Machtpositionen, die sogar ganz offen und unverhohlen sagen, dass sie gegen das eigene Land sind, es zerstören wollen. Und es gibt eine große Mehrheit an politikern, deren Wollen und Handeln mehr oder weniger offen nicht durch das Wohl des Landes oder der Bürger oder auch nur der Verfassung bestimmt sind, sondern durch Fremdmächte. Konkretes Beispiel für deutschland: Ein gewaltiger Teil der politiker und medien sind mehr oder weniger offen transatlantiker; die agieren im Interesse der usa.

Die für ein Land unerlässliche Konsistenz der Bürger bedeutet auch, dass, abgesehen von wenigen Ausreissern nach oben (Milliardäre) oder unten (Obdachlose) ein geschlossenes Volk vorhanden ist, das auch innerhalb eines groben Rahmens an Lebensstandard liegt. Ob dieser hoch ist oder niedrig, ist zweitrangig; wesentlich ist, dass Daumen mal Pi alle ihr Auskommen haben und dieses Auskommen innerhalb eines (relativ weit gestreuten) sinnvollen Rahmens liegt.
Konkret: Ein Land hat eine konsistente Bevölkerung, wenn diese im Hinblick auf Bildung, Kultur, Religion und Einkommen in etwa in einer gaußschen Glocke liegt, wenn also um die 85% zwischen z.B. 1.500 und 5.000 Nettoeinkommen liegen und weitere 12% wenigstens zwischen 900 und 10.000 netto liegen und auch im Hinblick auf Religion, Kultur, Bildung in einem gesunden Rahmen liegen oder zumindest passabel kompatibel sind.

Beispiel: Gemäßigte türkische Muslime, die recht brauchbar deutsch sprechen, gut integriert sind und Einkommen zwischen 900 und 10.000 haben, sind kein Problem. Extreme muslimische Fanatiker, die in so ziemlich jeder Hinsicht erheblich anders sind als wir, zersetzen das Land und richten verheerende Schäden an.

Nun gilt allerdings für so ziemlich alle “westlichen” Länder, sprich nato “Mitglieder” und andere usa Vasallen, dass diese Länder absolut nicht mehr konsistent sind und de fakto von den amis ferngesteuert wurden und werden. Zugleich und Hand in Hand damit hat sich in diesen Ländern eine Schicht vergleichsweise Ultrareicher herausgebildet und das stets zulasten der Bevölkerung.

Und das war keineswegs ein ungewollter Nebeneffekt, den man eben in Kauf nahm. Nein, das war absolut Teil des Plans. Denn anders als das jeweilige Volk selbst, will ein Beherrscher *keine* Konsistenz! Konsistenz bedeutet auch Wehrhaftigkeit und so beobachten wir keineswegs zufällig, dass, wo immer auch die amis Einfluß nehmen oder gar haben, einen Zerfall der Konsistenz. Besonders deutlich zeigt sich das bei Kriegen; da (und danach) füttern die amis immer mehrere Seiten, siehe z.B. Irak oder in den 90ern in Russland. Da schossen – wie auch bei uns 1945! – in null komma nichts oligarchen in die Höhe, bei denen man immer drei Elemente beobachten kann: Sie sind a) absolut pro-usa, b) sie setzen sich vom eigenen Volk ab und wirken gegen es und c) sie werden sehr schnell sehr reich und sehr mächtig.
In der Tat ist es sogar eine ganz wesentliche, wenn auch selten gesehene, Funktion der oligarchen, nicht nur als Handlanger sondern auch sozusagen als Lebensversicherung der amis zu dienen, denn sie führen ganz notwendig zu einer Entzweiung in Land und Volk und so zu seiner Zersetzung.

Das hätte hundert Jahre lang gut so funktionieren können, wenn man nicht, teils aus akuter Unfähigkeit, teils aus Arroganz und teils aus dem Empfinden von Unbesiegbarkeit (die sich noch heute besonders stark bei den faktisch lächerlichen usa Streitkräften zeigt) sogar im eigenen Land, in den usa sein Unwesen getrieben hätte.
Ein weiterer entscheidender Punkt in Richtung Zerfall des Hegemons usa waren Putin und, oft unterschätzt, etwas später Xi, aber auch der Iran.

Unterm Strich führte das alles zu einer Situation, in der sich in den usa selbst zwei Lager herausbildeten, nämlich die “patrioten”, die erkannten, dass es keine Weltherrschaft gibt ohne selbst gesund zu sein und die daher für einen gut verhandelten Rückzug von der Weltherrschaft und für die Reparatur und den Wiederaufbau der usa sind. Und auf der anderen Seite die ziocons, die unbeirrt und umso brutaler weitermachen wollen wie bisher und die als einzig richtigen und akzeptablen Weg die unbedingte Weltherrschaft mit allen, egal wie kriminellen und schmutzigen Mitteln sehen.

Allerdings, aufmerksame Leser werden es bereits bemerkt haben: Was uns die transatlantiker, sind den amis die ziocons, denn diese haben *nicht* das Wohl, nicht einmal die passable Konsistenz der usa im Sinn, sondern ganz andere und eigene Interessen. So würde eine killary clinton, genau wie “unsere” merkel auch, ohne Zögern das eigene Land weiter zersetzen im Sinne von und zum Wohl der ziocons, also der satanistischen ultrareichen zionisten.

Dies, der Zerfall der Konsistenz des Herrscherlandes, musste sich notwendig wie eine Tsunamiwelle durchs gesamte Weltreich ausbreiten und überall, in den usa wie auch in eu-ropa, zu zunächst noch verdeckten, nun aber zunehmend offenen Kämpfen führen.

Dies ist *die* bestimmende Kraft hinter allen größeren Ereignissen in eu-ropa und in den Mitgliedsstaaten, ja sogar innerhalb der parteien in den Ländern. *Darum* geht es auch beim brexit.

Das ist ein erbitterter Kampf, bei dem stets auch das Risiko eines Krieges lauert, aber es ist ein Kampf, der durch einen bestimmten Faktor behindert wird, dadurch nämlich, dass das westliche System sich dreist verlogen “demokratie und Menschlichkeit” auf die Fahnen geschrieben hat. Dadurch können sie nicht wie z.B. ein sau rabischer König einfach ganz offen brutal gegeneinander kämpfen, sondern sie müssen entweder verdeckt kämpfen oder aber Lügengebilde als Vorwände schaffen (wozu sich "Terrorimus", nicht selten durch die eigenen Geheimdienste betrieben oder vorgetäuscht, wunderbar eignet. *Das* ist der Grund für den stark erhöhten und täglich in den medien trompeteten "terrorismus": Er löst die "demokratie und rechtsstaat" Fesseln und gibt mehr Freiheit für die beschriebenen inneren Kriege)

Die diversen Gruppierungen sind dabei immer mal wieder durchaus erkennbar. Die spd (genauer: Ein großer Flügel der spd) z.B. tickt eher wie die “patrioten”; sie möchte einiges retten und sucht ihr Heil in Verhandlungen. merkel und andere (z.B. weite Teile der grünen) dagegen agieren klar erkennbar als ziocons, die die Konfrontation suchen und nach unbedingter Herrschaft streben; das muss naturgemäß auf eu-ropa begrenzt sein und als von den amis eingesetzter Fürst, das aber immerhin versuchen sie mit aller Gewalt; sie wollen ein eu-ropa unter deutsch-(na)zionistischer Führung. Ein Preis, der dafür zu zahlen ist, scheint die “flüchtlings”welle zu sein; diese soll sicherstellen, dass deutschland zu zersetzt ist, um je wirklich mächtig werden zu können.

Abschließend noch ein kurzer Ausflug zu Russland im gegebenen Kontext:

Man bemerke, dass Russland a) sich absolut heraushält (jedenfalls offiziell) und b) mit aller Kraft auf eigene Geschlossenheit achtet und diese auch verteidigt (z.B. durch die Einrichtung der Nationalgarde) – also das Gegenteil des westens. Russland arbeitet geradezu lehrbuchmäßig alles ab, was zu einem gesunden Staat notwendig ist.
Wenn z.B. ein Sergej Iwanow sich vor laufenden Kameras für die Sanktionen bedankt und öffentlich hofft, dass diese nicht allzu bald aufgehoben werden, dann meint er das genau so: Der westen hat Russland einen zunächst schmerzhaften, aber immens wichtigen und wertvollen Gefallen getan mit den Sanktionen, weil er damit eine Notwendigkeit zum Zusammenrücken und zur Geschlossenheit der Russen geschaffen hat.

Besonders bemerkenswert auch ist noch ein anderer Punkt, nämlich die Kriegsfrage. Sehr viele fragen sich ja, warum Russland angesichts äusserst dreister und bösartiger Provokationen und Zündeleien nicht schon lange zugeschlagen hat.
Die Antwort ist zugleich komplex und simpel: Warum sollte ich jemanden angreifen und damit Leben meiner Soldaten verschwenden und Risiken eingehen, wenn der Gegner sich doch gerade selbst in schweren inneren Kämpfen verausgabt und zersetzt? Es reicht doch völlig, eigene militärische Handlungen auf das für die nationale Sicherheit Unerlässliche zu beschränken, also Syrien und dem Donbass zu helfen (und seinerzeit Sewastopol dauerhaft zu sichern).
Dazu kommt noch eine wichtige Überlegung: Krieg vereint immer, zumindest zeitweise. Warum sollte Russland dem westen diese Stärkung einer zeitweisen Einigung zukommen lassen? Nein, die sollen sich lieber gegenseitig verhackstücken und Russland baut einstweilen seine Industrie (und sein Militär) aus und auf.
Letztlich ist es relativ egal, wer den Kampf im Reich der usa gewinnt. Das Ergebnis wird auf jeden Fall ein sehr stark geschwächter Gegner sein, der noch lange instabil bleiben wird und mit immer wieder aufflammenden Grabenkämpfen rechnen muss. Und eine wirkliche Gefahr besteht kaum. Zum einen hat Russland das militärische Vermögen, eu-ropa sehr schnell sehr hart zu zerlegen, falls das nötig sein sollte und zum anderen ist inzwischen sehr deutlich geworden, dass selbst ein größerer regionaler Krieg beide, Russland wie China vereint als unbesiegbaren Block hätte.

@темы: ziocons, eu-ropa, brexit:usa, Russland